Autopoiesis und Ökologie bei Niklas Luhmann

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6. Die Entstehung ökologischer Gefährdungen in Wissenschaft und Wirtschaft

Die ökologische Krise ist im wesentlichen wissenschaftlich-technischen und ökonomischen Ursprungs. Während Wissenschaft und Technik auch ein Instrumentarium zur Erforschung und Reparatur bereitstellen können1, beobachtet das Wirtschaftssystem auf Teilsystemebene - nicht notwendig auf Organisationsebene - finanzielle Konsequenzen nicht als Schäden.

6.1 Wissenschaft und Technik

6.1.1 Wissenschaft

Die gesellschaftliche Funktion von Wissenschaft liegt in der Produktion von Erkenntnissen. Auch auf die Erkenntnis der Natur ist das Wissenschaftssystem spezialisiert.

Wissenschaft verwendet das Kommunikationsmedium Wahrheit und den Code wahr/unwahr für die eigene Autopoiese. Auch Wahrheit ist nicht mehr ontologisch verankert, sondern dient wie andere Medien als Mittel zur Komplexitätsreduktion. Dies zeigt sich in der hypothetischen Form wissenschaftlicher Aussagen. Es geht nicht um Seins-Erkenntnis von Realität als So-und-nicht-anders, sondern um die Kontingenz des Auch-anders-möglich, jedoch mit dem Ziel, diese zu neutralisieren. Erst durch die "Rechtfertigung, die Überlegtheit der Rechtfertigungsstruktur und das künstliche Abschneiden anderer Möglichkeiten"2 wird rationales Handeln möglich. Insofern fungiert Wissenschaft auch als Ideologie der Ideologie3, sie schaltet um von Metaphysik4 auf Metaideologie. Diese Ideologie ist jedoch nicht statisch-dogmatisch zu verstehen, sondern im Gegenteil: mit anderen Möglichkeiten der Rechtfertigung vergleichbar und auswechselbar. Auch Wahrheit als positiver Codewert dient im Wissenschaftssystem nicht als oberster Wert oder gleichsam metaprogrammatisches Prinzip5: Eigenwerte gründen sich nicht auf a priori gültige Prinzipien, sondern entstehen im selbstreferentiellen Forschungsprozeß unter Verwendung ihrerseits variabler Theorien und Methoden. "Das Erreichen [...] einer Eigenlösung schließt die Existenz anderer nicht aus"6. Wissenschaftliche Rationalität wird so selbst zum Produkt kontingenter Konstruktionen.

Wissenschaft prozessiert auf die Umwelt attribuiertes Erleben. Doch auch sie muß das "Rauschen" der Umwelt erst durch Sinngebung in Information umwandeln und codieren. Die Resonanzfähigkeit von Wissenschaft sollte daher nicht überschätzt werden7. Ökologische Probleme sind auch in der Wissenschaft nicht "genuin beheimatet"8.

Systemisch zurechenbare Einflüsse sind seit Max Webers Postulat der Werturteilsfreiheit aus der wissenschaftlichen Kommunikation auszuschließen, mindestens aber zu kontrollieren. Die daraus erwachsende Distanz zum Gegenstand wird jedoch selbst nicht zureichend reflektiert. Im Ergebnis behindert sie die Mitberücksichtigung anderer Standpunkte und die Relativierung des eigenen in Beobachtungen zweiter und dritter Ordnung. Wertfreiheit wird zum Freibrief riskanter Technologien9 und zum Garanten teilsystemischer Amoralität.

Der Wissenschaft geht es um die "Steigerung des Auflöse- und Rekombinationsvermögens, um eine Neuformierung des Wissens als Produkt von Analyse und Synthese"10, nicht um die Restabilisierung gestörter Umweltzusammenhänge. Angestrebt werden immer nur spezifische Rekombinationen unter Vernachlässigung anderer Beziehungen. "Je weiter die Auflösung getrieben wird, desto schwieriger, desto folgenreicher, desto 'katastrophaler' die Rekombination"11. Das Medium Wahrheit hilft, gegebene Interdependenzen aufzulösen und Handlungsmöglichkeiten neu zu kombinieren. Wahrheit unterbricht vorliegende Interdependenzen und schafft neue, nicht a priori kontrollierbare Kausalzusammenhänge. Diese Auflösung natürlicher Interdependenzen und Interdependenzunterbrechungen ohne zureichende Rekombination wirkt am Ende auf die Gesellschaft zurück12. An der Entwicklung herbizidresistenter Nutzpflanzen wird dies geradezu plastisch vorgeführt13. Gentechnologische Risiken sind in diesem Sinne evolutionäre Risiken14.

6.1.2 Technik

Technik ist zunächst mehr als der Gebrauch von Maschinen oder Werkzeugen für vorgegebene Zwecke: jedes System bedient sich technischer Routinen zur Komplexitätsreduktion und Entlastung von Reflexionsarbeit15. Technik erspart Konsens und Handlungskoordination durch automatisierte Kopplungen. Konsens ist für Technik nicht mehr nötig, sondern nur noch für - marginale - Grundsatzfragen über Zwecke und Angemessenheit der Mittel sowie über den Einsatz bestimmter Technologien. Konsensfragen werden selbst technisch qua Rationalisierung bearbeitet16. Insofern verselbständigt sich Technik durch operationale Schließung.

In diesem weiteren Sinne ist auch das Technik - vielleicht die derzeit wichtigste - "ökologische Probleme als Finanzierprobleme"17 aufzufassen und die Technik des Wirtschaftssystems auf ökologische Probleme anzuwenden.

Technik im engeren Sinne ist "funktionierende Simplifikation im Medium der Kausalität"18, die sich in der Umwelt der Gesellschaft materiell realisiert. Ein Funktionssystem der Gesellschaft bilden technische Systeme jedoch nicht aus. Technik prozessiert nichtkommunikativ und kann sich nicht auch kognitiv schließen. Technik bezeichnet nur die "kausale Schließung eines Operationsbereichs"19, die "Grenze zwischen kontrollierter und nichtkontrollierter Kausalität"20. Technik als eigenständiger Teilbereich, der wissenschaftliche Erkenntnisse in Produktionspotentiale umsetzt, tendiert zur Objektivation linearer Kausalitäten, zur Materialisation einer illusion of control21. "Was funktioniert, das funktioniert"22. Auch diese Technik dient der Ersparnis von Reflexion: Ursprünglich soziale Systemzwänge werden mit Naturzwängen gleichgesetzt und ihre Kontingenz geleugnet. Zudem scheinen technische Entwicklungen immer dann einzutreten, wenn sich ein Bedarf danach ergibt23.

Für beide Arten von Technik gilt: Nur Technik kann technikbedingte Schäden behandeln24. Nicht im Rückzug aus der Technik kann die Lösung technischer Probleme liegen, sondern in der Verfeinerung der Eingriffskompetenz unter Berücksichtigung der eigenen Rückbetroffenheit. Jedoch zeigt sich gerade in der technischen Bearbeitung technisch verursachter Probleme deren Riskanz25. In Bezug auf das System/Umwelt-Verhältnis stellt sich die Frage nach dem Grad der Systemkomplexität, die für ein technisch kompetentes Reagieren auf Umweltveränderungen notwendig ist26.

Weil in technischen Systemen nichtkommunikative Operationen prozessiert werden, gehören sie zur Umwelt der Gesellschaft27. Die Stabilität der lose gekoppelten Ökologie wird durch den Einbau fest gekoppelter nichtnatürlicher Selbstverständlichkeiten in die Umwelt erschüttert28, auf die gesellschaftlich bekräftigend durch die Ausbildung von Vertrauen sowohl in das Funktionieren als auch in die Kontrollierbarkeit von Technik reagiert wird29.

"Der Einbau technisierter Simplifikationen in die Umwelt schafft mithin eine unnatürliche Differenz zwischen kontrollierter und nichtkontrollierter, strikter und lose gekoppelter Kausalität; und dies auf Ebenen der Realität, die nicht solche der Kommunikationen sind und folglich auch nicht durch bloße Kommunikation verändert werden können"30,

sondern wiederum nur technisch. Technik wird so zur chemischen bzw. physikalischen Realität. Sie verändert Umwelt nicht erst durch ihre Wirkungen, sondern bereits durch ihre Installation31.

Feste Kopplungen ermöglichen die Unterstellung linearer Kausalitäten, den Anschein der Kontrolle über Prozesse und Ressourcen und den Glauben an die Erkennbarkeit von Fehlern32. Die neuen Hochtechnologien sprengen jedoch jede illusion of control. Geringste Abweichungen können sowohl den Produktionsablauf empfindlich stören als auch zur technischen Katastrophe führen33.

Technische Katastrophen treten plötzlich auf und sind zeitlich und räumlich nicht mehr eingrenzbar. Moderne technische Systeme sind in der Regel durch hohe Komplexität gekennzeichnet. Die Anwendung von Hochtechnologien setzt aber ihre Kontrollierbarkeit durch kausale Determination voraus, also starre zeitliche, räumliche und funktionelle Kopplung der Bestandteile. Komplexität begünstigt das Auftreten von Störungen, die Starrheit der Kopplungen verringert die Robustheit der Systeme und fördert die Ausweitung kleiner Störungen zu umfassenden Katastrophen. Dieselbe Determinierbarkeit, die Kontrolle von außen allererst ermöglicht, erhöht damit auch die Eintrittswahrscheinlichkeit von Katastrophen. Kausaltechnologische Rationalität, die Risiken beherrschen soll, wird selbst riskant. Perrow schließt daraus auf die prinzipielle Unbeherrschbarkeit hochriskanter Technologien. Katastrophen werden zum Normalfall34.

In Ökosystemen kommt es demgegenüber zu schleichenden Katastrophen. Ökosysteme zeichnen sich durch hohe Komplexität bei loser Kopplung aus. Störungen können so lange Zeit absorbiert werden. Multifaktorielle Bedingtheiten führen aber letztlich zum Verlust von Flexibilität und zu schleichenden irreversiblen Veränderungen wie Desertifikation oder Biodiversitätsverlust35.

6.1.3 Die Kopplung von Wissenschaft und Technik

Da das Wissen, das die moderne Wissenschaft produziert, genuin technisch verwertbares Wissen ist, bildete sich eine starke Affinität zwischen Wissenschaft und Technik heraus.

Während Technik auch gesellschaftlich sichtbar und mit konkreten Auswirkungen auf private Lebensbereiche in Erscheinung tritt - positiv durch Arbeitserleichterung, Schaffung neuen Komforts oder Eröffnung neuer Möglichkeiten der Mobilität und Kommunikation, negativ durch das gleichzeitige Zerstörungspotential -, wird das Paar Wissenschaft und Technik erst mit der Etablierung von Kernkraft und Gentechnik immer mehr zur öffentlichen Angelegenheit, für die Akzeptanz zu beschaffen ist.

Zunehmend rückt neben dem Nutzen auch der Risikoaspekt von Wissenschaft und Technik ins Blickfeld und weist gleichzeitig über den Bereich dieser Systeme weit hinaus.

Die Perfektionierung des Zugriffs auf Umweltressourcen schafft auch neuartige Probleme mit räumlich, zeitlich und sozial bisher ungekannten Ausmaßen, alte Problemlagen verschärfen sich akkumulierend durch den Einsatz technischer Hilfsmittel. Quantitätssteigerungen schlagen in qualitative Änderungen um. Evolutionär stabilisierte Umweltinterdependenzen werden gestört.

Wo es um die Akzeptanz und Rechtfertigung riskanter Technologien geht, tendieren Wissenschaftler dazu, für ihre Arbeit Begriffe wie Sachlichkeit und Rationalität zu reservieren. Kritikern werfen sie demgegenüber Emotionalität und Unsachlichkeit vor.

"Wer rational kalkuliert, kann sich fühlen wie 'jedermann' und Andersdenkende als emotional gestört behandeln. Die Sozialdimension gewinnt kein eigenes Gewicht, sie wird durch das Rationalitätsprogramm aufgesogen"36.

Doch die Entgegensetzung von Laien und Experten verliert ihre Konturen: organisierte Laien informieren sich auch über die Materie. Und auch ohne Expertenwissen kann jeder einen Standpunkt in Bezug auf riskante Technologien einnehmen37. Wo nicht Technikgegner, sondern Fachleute als Warner auftreten, wird die Unterscheidung Experte/Laie obsolet. Protestbewegungen finden zunehmend auch die Unterstützung von Wissenschaftlern, und sie argumentieren selbst naturwissenschaftlich-technisch. Wissenschaftliche Rationalität ist Voraussetzung dafür, überhaupt Gehör zu finden38.

6.2 Wirtschaft

"Immer wenn [...] Geld involviert ist, ist Wirtschaft involviert"39, nicht bei konkreten Umweltveränderungen, wohl aber bei Entscheidungen darüber mit Augenmerk auf ökonomische Auswirkungen.

"Mit dem Medium Geld und den darin eingelassenen Formen (Preisen) verweist das System auf sich selbst. Die andere Seite bewegt Sach- und Dienstleistungen. Hier geht es um eine Befriedigung von Bedürfnissen. Also um Fremdreferenz. [...]. Aber es bleibt bei einer Kontrolle eigener Einschätzungen durch eigene Resultate. Nie erfährt das System, was Bedürfnisse 'wirklich sind'"40.

Während Bedürfnisse, Motive, Warenverkehr und Konsum der wirtschaftsinternen Umwelt zugeordnet sind, werden andere Überlegungen - etwa Umweltschutz oder Moral41 - ausgeblendet. Nur so ist der Durchsatz von Zahlungen störungsfrei zu gewährleisten. Geldzahlungen sind rein wirtschaftsinterne Operationen, unabhängig von den Motiven oder Zwängen, aufgrund derer die Zahlung erfolgt42.

Mit der Umwelt hat der Geldmarkt fast keine Berührungspunkte. 1,5 Billionen Dollar werden täglich ohne erkennbare materiale Grundlagen umgebucht. Evident wird das am Börsengeschehen: zwar reagiert die Börse hochsensibel auf Umweltevents aller Art, seien es politische Veränderungen, die Entwicklung neuer Technologien oder Rationalisierungsmaßnahmen, sei es die Knappheit von Rohstoffen oder Konsumänderungen, doch das System ist in seinen Operationen und Kettenreaktionen weder prognostizierbar noch beeinflußbar. Die Bewertung von Aktien und Wertpapieren abstrahiert von materialen Komponenten und erzeugt eigene Realitäten, die wiederum Veränderungen anderer Art anstoßen können.

Geld kann "weder als Input aus der Umwelt eingeführt noch an die Umwelt abgegeben werden" und ist "insofern ein vollständig wirtschaftseigenes Medium"43: Die Gesellschaft ist nicht ökonomisch fundiert. Luhmann umgeht die Akzentuierung der Ökonomie als Leitsektor bereits mit dem Konzept der funktional aber nicht arbeitsteilig zu verstehenden Differenzierung und der damit verbundenen Unterscheidung von Funktion und Leistung44: Während die Funktion der Versorgung unter der Bedingung von Knappheit bedient werden muß, damit die Gesellschaft die Autopoiese des Wirtschaftssystems weiterhin toleriert, ergeben sich Leistungsbereitschaften und -abhängigkeiten eigenbestimmt aus den verschiedenen strukturellen Kopplungen zwischen den Teilsystemen. Doch als "kategorischer Optativ"45 wirkt Geld auch direkt auf andere Systeme. Geld kann damit nicht auf seine Funktion als Komunikationsmedium verkürzt werden. Als Platzhalter für die gegen Geld eintauschbaren Güter ist es auch Ressource und als solche für andere Systeme von energetischer Bedeutung. Operativ kann man "Wahrheiten nicht gegen Bezahlung außer Kraft setzen"46. Als materiale Grundlage aber sind Finanzen Bedingung der Möglichkeit des Ausbaus und Unterhalts von Forschungseinrichtungen, in denen wissenschaftliche Wahrheit prozessiert wird. Eine solche Doppelkonzeption von Geld als Medium und Ressource läßt die Egalität der Teilsysteme unangetastet. Es ist nicht nötig, wie Schimank es vorschlägt, einen Primat der Ökonomie zu postulieren, der dann mit der Autonomie anderer Systeme vereinbart werden muß47.

In einem Doppelkreislauf werden Zahlungsfähigkeit und Zahlungsunfähigkeit weitergegeben48. Nur anhand des Codes Zahlungsfähigkeit/Zahlungsunfähigkeit kann das Wirtschaftssystem Ereignisse in seiner Umwelt wahrnehmen.

"Der unit act der Wirtschaft ist die Zahlung. Zahlungen haben alle Eigenschaften eines autopoietischen Elements: Sie sind nur aufgrund von Zahlungen möglich und haben im rekursiven Zusammenhang der Autopoiesis der Wirtschaft keinen anderen Sinn, als Zahlungen zu ermöglichen"49

Programme motivieren über Preise zur Zahlung. Anhand quantitativer Preisvergleiche kann die Richtigkeit von Zahlungen beurteilt werden. Sowohl Zahlungen als auch Preise sind mit einem "sehr hohen Informationsverlust gekennzeichnet"50. Das Gedächtnis der Wirtschaft zielt auf das Vergessen der Herkunft der gezahlten Geldbeträge, um deren Umsatz zu erleichtern51. Durch die Quantifizierung von Qualitäten begünstigt Geld die Ausbildung ökonomischer Kriterien und erzeugt so die Einheit ökonomischer Operationen.

Preise werden allein selbstregulativ am Markt festgestellt.

"Als Markt kann man dann die wirtschaftsinterne Umwelt der partizipierenden Systeme des Wirtschaftssystems ansehen, die für jedes eine andere, zugleich aber auch für alle dieselbe ist. Der Begriff des Marktes bezeichnet also kein System - aber eine Umwelt, die nur als System [...] ausdifferenziert werden kann. Als Markt wird mithin das Wirtschaftssystem selbst zur Umwelt seiner eigenen Aktivitäten"52.

Im Markt beobachtet das Wirtschaftssystem sich selbst im Spiegel der Beobachtung anderer. Der Markt ist die multi-perspektivisch beobachtbare Gesamtheit aller Prozesse, die sich in Preisen ausdrücken lassen.

"Informationen über den Markt sind nur anhand von Preisen zu gewinnen"53. Preisänderungen machen "außerhalb des Systems erzeugte Schwankungen in Angebot und Nachfrage im System kommunizierbar"54. Dies ist nach Luhmann der "Schlüssel des ökologischen Problems, was Wirtschaft betrifft"55. In Preisen kann sich Resonanz auf Ereignisse in der Umwelt ausdrücken. Umweltprobleme können nur vermittelt über den Markt und die Wahrnehmung des Konsums Eingang in die Orientierung des Wirtschaftssystems finden56. Umweltschäden werden nur soweit gesehen als sie sich monetarisieren und in der Form von Mengen- und Nutzenkalkülen ausdrücken lassen, andernfalls werden sie systembedingt ignoriert57. Auch zeitlich ist die Resonanzfähigkeit des Wirtschaftssystems durch die abweichende Systemzeit mit eigenen Zeithorizonten und eigenem Zeitdruck begrenzt.

Zwar kann der Nachweis umweltschädigender Produktionsweisen einzelne Branchen treffen und Märkte zum Einsturz bringen, die Umstellung auf neue Produkte und Produktionsmethoden neue Märkte schaffen58 - nicht selten verlaufen die Grenzen durch Branchen oder Organisationen hindurch59 -, aber solange auch überhöhte Preise für knappe oder in der Herstellung problematische Güter bezahlt werden, ist der ökonomisch riskante Umstieg auf umweltverträglichere Produkte nicht zu erwarten60.

Moralische Appelle können nicht von außen auf die Preisregulierung einwirken. Umweltethik müßte umgekehrt auch wirtschaftlich auftreten und sich "zunächst einmal über die finanztechnischen Instrumente dieser Ethik Gedanken machen"61, wollte sie in der Wirtschaft Resonanz erzeugen. Auch eine externe Regulierung durch Politik kann nur über die Festschreibung von Grenzwerten oder Mengen - etwa Geldmengenpolitik - erfolgen. Dies stellt eine Irritation des Wirtschaftssystems dar, die es nach eigenen Regeln, etwa durch Preissteigerungen oder durch Investitionen in unproblematischere Produkte, verarbeiten muß.

Ist der Doppelfilter wirtschaftlicher Codierung und Programmierung passiert, dann müssen Umweltprobleme auch wirtschaftlich bearbeitet werden. Die Problemlösungen der Ökonomie verändern wiederum die Umwelt für andere Funktionssysteme und für die Gesellschaft als ganze.

Doch auch die Ausbeutung von Umweltressourcen ist wesentlich ökonomisch bedingt. Die Quantifizierung von Umweltqualitäten reduziert Umwelt auf ihren Tauschwert. Andererseits ist Geld nicht bloßes Mittel zur Bedürfnisbefriedigung, sondern auch selbst "Objekt der Begierde" und Endzweck. Die Quantität an Geld hat ihre eigene - inhaltsleere - Qualität62. Insofern fungiert Geld nicht nur als wirtschaftsinternes Medium, sondern generiert selbst auch wirtschaftsexterne Bedürfnisse, die wiederum Zahlungen motivieren. Hierin liegt der Schlüssel des Problems, was die ökonomisch bedingte Zerstörung der Umwelt betrifft63.

Das Wirtschaftssystem ist nicht nur Ursprungsort ökologischer Gefährdungslagen, sondern auch Sammelplatz für Risiken64: jedes Risiko findet am Ende auch einen monetär bezifferbaren Ausdruck, von der Versicherung für Risiken bis zu den Kosten für eingetretene Schäden. Doch diese Folgen kehren nicht als Schäden in die Ökonomie zurück, sie bieten auf dieser Ebene nur neue Anlässe, Zahlungen zu prozessieren. Die Gründe dafür bleiben wirtschaftsexterne Motive.

6.3 Die Rolle der Massenmedien

Massenmedien umfassen alle Einrichtungen der Gesellschaft, "die sich zur Verbreitung von Kommunikation technischer Mittel der Vervielfältigung bedienen"65. Das System der Massenmedien ist mehr als nur eine Gruppe von Wirtschaftsunternehmen, aber auch kein vollständig ausdifferenziertes System. Es ist zwar operativ, nicht aber kognitiv geschlossen: Es beobachtet zwar Beobachter, macht sich aber die Selbstproduktion seiner eigenen Beobachtungen nicht bewußt und schließt nicht auf die eigene Perspektivität66.

Massenmedien sorgen für weitestgehende soziale Redundanz von Wissen in einer Gesellschaft, die längst nicht mehr mit Kommunikation unter Anwesenden in Interaktionssystemen auskommt67. Die fehlende Präsenz der Kommunikationspartner wird fingiert: Als Anhaltspunkte dienen Umfragen und Einschaltquoten oder Verkaufszahlen. Auch Leserbriefe oder Zuschauerreaktionen schlagen statistisch zu Buche, wirken aber nicht notwendig auf die Programmgestaltung zurück. "Das Gelingen von planmäßiger Kommunikation hängt davon nicht mehr ab"68. Kennzeichnend für die Autopoiese der Massenmedien ist gerade der wirksame Ausschluß von Interaktionen69. Der Rezipient ist als passiver Beobachter bloßes "Konstrukt des 'kognitiv mehr oder weniger informierten, entscheidungskompetenten, moralisch verantwortlichen Menschen'"70.

Massenmedial aufgegriffene Themen werden auf breiter Basis kommunizierte Bewußtseinsinhalte. Es entstehen Anknüpfungspunkte für weitere Kommunikation durch Voraussetzungen, "die nicht eigens mitkommuniziert werden müssen"71. "Tatsächlich beruht [...] die Stabilität (=Reproduktionsfähigkeit) der Gesellschaft in erster Linie auf der Erzeugung von Objekten, die in der weiteren Kommunikation vorausgesetzt werden können"72.

Als Reflexionsmedium der Gesellschaft ist die massenmediale Öffentlichkeit der privilegierte Ort gesellschaftlicher Selbstbeobachtung73. "Die Realität der Massenmedien, das ist die Realität der Beobachtung zweiter Ordnung"74. Es werden Beobachter mit je eigenen Interpretationen, Kommentierungen und Kausalzurechnungen präsentiert und Zuschauer oder Leser zur Beobachtung zweiter Ordnung und zur eigenen Meinungsbildung eingeladen: Situationsdarstellungen anderer werden als deren Sichtweisen wahrgenommen. An den verschiedenen Welt- und Gesellschaftsbeschreibungen orientiert sich die Gesellschaft "innerhalb und außerhalb des Systems ihrer Massenmedien"75. Die Teilsysteme können im Spiegel der Massenmedien Reaktionen auf ihre Operationen in ihrer je spezifischen Umwelt studieren76.

Polykontexturale Eigenwerte und Kommunikationsangebote fügen sich zu unterschiedlichen Realitäten, die bei Widersprüchen Anlaß zu weiterer Kommunikation bieten. Die Medien stellen dabei primär das Verständnis für bestimmte Themen her, erst sekundär geht es um konkrete Inhalte.

Das massenmedial bereitgestellte Wissen dient ähnlich wie Sprache als lose gekoppeltes Medium, dessen sich die Kommunikation durch Auswahl von Formen bedienen kann. Es ist wesentlich kontrovers77, zumal Realität ohnehin nicht mehr konsenspflichtig ist78. Konflikte sind nicht pathologisch, sondern im Gegenteil: Promotoren für morphogenetische Strukturanpassung. Unentscheidbare Beobachtungen geben Anlaß zu einem Wechsel der Unterscheidung79. "Wir lernen nur, das Beobachten zu beobachten und bei zu erwartenden Divergenzen den Konflikt selbst als Realität zu erleben"80.

Massenmedien verwenden die Leitdifferenz von Information und Nichtinformation81, wobei gilt: Informationen werden im Moment ihrer Bekanntheit zu Nichtinformation. Über Crossing führt das System seinen eigenen Output als voraussetzbares Wissen ins System wieder ein, um mit neuen Informationen daran anzuschließen. Die andere Seite der "unaufgeregten Normalität"82 wird vorausgesetzt, nicht mitkommuniziert. Es kommt zur Paradoxie der Erwartung des Unerwarteten, Neuen, Überraschenden. Die Massenmedien halten so die Gesellschaft wach und steigern ihre Fähigkeit, aus Irritationen Informationen zu extrapolieren83.

Die Präferenz für Ungewöhnliches führt notwendig zur Einseitigkeit der Darstellung gegenüber unveränderten stabilen Rahmenbedingungen. Nachrichten werden auch nach Konfliktträchtigkeit und moralischer Implikation selegiert84. In Bezug auf ökologische Probleme vermutet Luhmann hierin eine Ursache für das vermehrte Insistieren auf Moral, die wiederum auf die öffentliche Meinung zielt. Moral kommt erst da zum Einsatz, wo Dinge anfangen pathologisch zu werden, wo eine Kluft zwischen Sein und Sollen offenbar wird, und mahnt dann die Einhaltung von Normalität an85.

Für ökologische Probleme trifft in besonderem Maße zu: "Was wir [...] über die Welt [...] wissen, wissen wir durch die Massenmedien"86, da wir uns hier in der Regel nicht auf authentische Erfahrungen berufen können87. Die Art der massenmedialen Darstellung beeinflußt maßgeblich deren Wahrnehmung. Was in den Medien dramatisiert wird, erscheint auch bedrohlicher. Oft überwiegt der affektive Aspekt. Massenmedial vermitteltes Wissen um Problemlagen impliziert dabei nicht auch physikalisches oder technisches Wissen88. Schon wegen der Knappheit von Platz und verfügbarer Zeit werden auf einzelne Ursachen verkürzte Kausalattributionen angeboten, die dann wiederum Emotionen, Appelle oder Protest erzeugen89.

Ohne Medienwissen ist aber eine Verständigung über neue Risiken nicht erreichbar. Und gerade hier ist der Einsatz ökologischer Schemata und Skripts im Hinblick auf einen structural drift erfolgversprechend90. Die Massenmedien sind dazu auf Anregungen von Protestgruppen angewiesen. Diese sind ihrerseits von der massenmedialen Darstellung ihrer Themen abhängig, um etwa Bürger zu einer Änderung ihres Kaufverhaltens bewegen zu können. Protest wird so symbolisch und massenmedial vermittelt. Symbolisierung und Verkürzung auf eingängige Schlagwörter stellt eine möglichst weite Verbreitung sicher. Inszenierungen, die helfen, eigenes Fehlverhalten der Adressaten auf benennbare Organisationen projektieren, versprechen dabei größtmöglichen Erfolg91. Jedoch beeinflußt die Veröffentlichung von Skandalen nicht notwendig die Entscheidungen der Rezipienten.

Massenmedial aufgegriffene Themen werden in der Gesellschaft und in den tangierten Funktionssystemen ebenfalls aktuell, Veröffentlichungen der Massenmedien können andere Funktionssysteme irritieren, strukturelle Kopplung wird durch den gemeinsamen Bezug auf Themen angeregt92. Umgekehrt haben aber die Funktionssysteme Schwierigkeiten, Medienpräsenz zu erlangen und die sachgemäße Darstellung ihrer Themen zu erreichen93. Diese Forderung impliziert zwar Ontologie, allerdings auf der Ebene der Beobachtung erster Ordnung, auf der Realität nicht als Konstruktion erkennbar ist. Aber auch massenmediale Realität bezieht sich nicht auf "vorgegebene Weltattribute oder ontologisch oder transzendental feststellbare Dekomponate ('Kategorien') der Einheit der Welt"94. Realitätsindikatoren werden wie bei anderen Systemen operativ erzeugt95.

"Sinnkondensate, Themen, Objekte entstehen [...] als 'Eigenwerte' des Systems massenmedialer Kommunikation. Sie werden im rekursiven Zusammenhang der Systemoperationen erzeugt und sind nicht darauf angewiesen, daß die Umwelt sie bestätigt"96.

Die massenmediale Realität entsteht in einem "rekursiven Konstitutionszusammenhang von Gedächtnis, Irritabilität, Informationsverarbeitung, Realitätskonstruktion, Gedächtnis"97. Intern gebildete Selektoren treten etwa als Konsistenzproblem bei der Abgleichung mit dem Gedächtnis auf98. Derart testet sich Realität am Widerspruch gegen sich selbst und ist ständig im Fluß. Welt ist so die immer neue Beschreibung der Welt zwischen Redundanz und Varietät, an der die Massenmedien mit ihren Inszenierungen den größten Anteil haben99.

Themen repräsentieren dabei Fremdreferenz und damit den Kontakt zur Realität. Sie "organisieren das Gedächtnis der Kommunikation"100 durch Modularisierung sachlich zusammengehöriger Beiträge, die gebündelt abgelegt und wieder aufgegriffen werden können. Themen durchlaufen Karrieren in einer rekursiven Spirale von Information und Bedarf an weiterer Information101.

Doch das System "hat mit Manipulationsverdacht zu leben, weil es auf diese Weise die eigene Paradoxie, die Einheit der Differenz von Information und Nichtinformation, entfaltet und ins System zurückgibt"102. Weil aber Massenmedien Realität herstellen und nicht vermitteln, kann nicht von Manipulation einer ontologischen Realität, nur von Selektion die Rede sein103. Auch im Hinblick auf die Funktion der Themenwahl für die Sicherstellung der Autopoiese wird evident, daß es nicht um Aufklärung, sondern primär um den Erhalt der Aufmerksamkeit geht. Das erklärt die Präferenz für Sensationelles ebenso wie die Verwendung einprägsamer Schlagwörter.

Zwar sind die Massenmedien auf die Glaubwürdigkeit ihrer Quellen angewiesen, aber sie folgen - schon wegen des Zeitdrucks - nicht dem Code wahr/unwahr wie das Wissenschaftssystem in dem Maße, daß die Unwahrheit von Aussagen ausgeschlossen werden kann104. Informationen können dabei auch bewußt vorenthalten oder falsch dargestellt105, die Diskussion kann in eine bestimmte Richtung gelenkt werden106. In Bezug auf Ökologie wird neben dem Programmbereich der Nachrichten und Berichte auch die Werbung relevant. Hier werden problematische Aspekte der Herstellung oder des Konsums in der Regel verschwiegen, Produkte als umweltfreundlich deklariert. Erwähnt wird nur, was für das Produkt spricht107. Wo es um Akzeptanzwerbung für wissenschaftliche Innovationen geht, ist die "Vereinnahmung des Gegenmotivs"108 besonders wirksam. Eine andere Strategie liegt darin, Verständnis für die Ängste der Gegenseite zu äußern, auch dies eine Art der Vereinnahmung: man versteht die andere Seite, ist aber in Besitz von Zusatzinformationen, die deren Bedenken gegenstandslos machen. Dabei werden Begriffe wie Sachlichkeit und Verantwortung für Umwelt und nachfolgende Generationen besetzt109.

Doch all dies ist nicht den Massenmedien selbst zuzurechnen. Diese arbeiten anderen Funktionssystemen nicht zu110, sondern entscheiden eigenverantwortlich über ihre Programmangebote. Und auch die Vielfalt angebotener Informationen relativiert den Manipulationsverdacht111.

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Anmerkungen

(1) "Heute definieren Wirtschaft, Wissenschaft und Technik die in der Gesellschaft zu lösenden Probleme mitsamt den Bedingungen und Grenzen ihrer Lösungsmöglichkeit" (Luhmann 1975b: 58).

(2) Luhmann 1970a: 60.

(3) Vgl. Luhmann 1996h: 151; vgl. ders. 1970a: 57-60.

(4) Vgl. Luhmann 1991: 656.

(5) Vgl. Luhmann 1998: 401; vgl. ebd.: 429.

(6) Krohn/Küppers 1989: 64.

(7) Vgl. Luhmann 1986: 153.

(8) Luhmann 1991a: 107.

(9) Vgl. Beck 1988: 204; vgl. ebd.: 192.

(10) Luhmann 1986: 157, Herv. i. O.

(11) Luhmann 1986: 160f.

(12) Vgl. Luhmann 1991: 643f.

(13) Innerhalb der "grünen" Gentechnik nimmt die Veränderung von Nutzpflanzen im Hinblick auf Herbizidresistenz einen großen Bereich ein. Total- bzw. Breitbandherbizide wie RoundupReady oder Basta bekämpfen nicht gemäßigt und selektiv, sondern wirken uneingeschränkt. Monsanto wirbt folgerichtig mit dem Spruch: "Es tötet nicht nur, es rottet aus". Inwieweit die Chemikalien auf Bodenlebewesen und die Samenbank im Boden wirken, kann nicht beziffert werden. Bis heute sind nicht einmal 10 Prozent des Bodenlebens bekannt. Geforscht wird in diese Richtung nicht. Diese Herbizide tendieren auch zu einer sehr schnellen Versickerung ins Grundwasser. Inwieweit die fischgiftige Wirkung kontrolliert werden kann, ist unklar. Auch die Auswirkungen der chemisch stabilen Abbauprodukte kann man nicht abschätzen. Die Auswirkungen werden nicht mehr mit denen natürlicher Prozesse vergleichbar sein. Daten aus kontrollierten Freisetzungsversuchen werden extrapoliert, um daraus ökologische Vorhersagen zu Massenfreisetzungen in der Landwirtschaft zu gewinnen. Doch ökologische Zukunftsprognosen basierend auf kleinflächigen Detailuntersuchungen sind generell nicht möglich. Die Freisetzungsexperimente sind dabei selbst riskant: sie sind irreversibel und haben ihren Laborcharakter verloren (vgl. Beck 1988: 157; vgl. ebd.: 200ff; vgl. ders. 1991c).

(14) Die Ergebnisse der Invasionsbiologie zeigen, daß Einzelfallprognosen über die Verwilderung eingeführter Pflanzen kaum möglich sind. Raps etwa kreuzt sich mit artverwandten Pflanzen ein, da er bienenbestäubt wird. Biologische Invasionen beginnen oft mit einer jahrzehnte- bis jahrhundertelangen Verzögerungsphase, bevor gelegentlich massive ökologische Effekte auftreten und erkennbar sind.

(15) Vgl. Luhmann 1992b: 21; vgl. ders. 1998: 197. Technik reduziert Komplexität indem sie Wahlmöglichkeiten begrenzt (vgl. ders. 1998: 266f).

(16) Vgl. Luhmann 1997: 518f.

(17) Luhmann 1992b: 22, vgl. ders. 1986: 109.

(18) Luhmann 1991a: 97, Herv. i. O.; vgl. ders. 1997: 524.

(19) Luhmann 1991a: 98, Herv. i. O.

(20) Luhmann 1991a: 108.

(21) Vgl. Luhmann 1996f: 163f.

(22) Luhmann 1997: 518.

(23) Vgl. Spaemann 1980: 245.

(24) Vgl. Luhmann 1997: 532; vgl. auch Günther Anders, wenn er feststellt: "Technik ist unser Schicksal" (Anders 1988a: 271), denn es wäre absurd, angesichts eines hungernden Inders die Technik zu verdammen (vgl. ebd.: 127).

(25) Vgl. Luhmann 1991a: 100.

(26) Vgl. Luhmann 1986: 38f.

(27) Luhmann 1991a: 108.

(28) Vgl. Luhmann 1996f: 164; vgl. ders. 1991a: 97f.

(29) Vgl. Luhmann 1997: 532.

(30) Luhmann 1996f: 164f, Herv. i. O.

(31) Vgl. Luhmann 1996f: 165; vgl. ders. 1991a: 38. Damit geht Luhmann über Perrow hinaus, der Risiken auf mögliche Schäden durch das Versagen von Technik bezieht: "Die ökologischen Probleme werden gerade dadurch ausgelöst, daß die Technik funktioniert und ihre Ziele erreicht" (ebd.: 106). Die Kultivierung von Ackerland beginnt mit der Vernichtung von allem, was vorher da wuchs. Kultur ist per se De-Naturalisierung (vgl. Luhmann 1986: 42; vgl. Höffe 1993: 109). Staudämme etwa zerstören großflächig und unabhängig von späteren Schäden (wie Wasserknappheit andernorts, Überschwemmungen, Deichbrüche): für die ansässigen Menschen und die Umwelt ist bereits die Inbetriebnahme eine Katastrophe.

(32) Vgl. Luhmann 1991a: 98.

(33) Vgl. Luhmann 1992f: 159, Fn. 11.

(34) Vgl. Perrow 1988.

(35) Widerstandsfähige neue Kulturpflanzen können zur Übernutzung bislang wenig bewirtschafteter Böden führen und gravierende Umweltschäden bis hin zur Wüstenbildung hervorrufen. Die auf der Umweltkonferenz der Vereinten Nationen in Rio 1992 beschlossene Agenda 21 lehnt deshalb eine Erweiterung der bewirtschafteten Flächen ausdrücklich ab (vgl. Rögener 1999). Genmanipulation wird auch die Anfälligkeit von Nutzpflanzen erhöhen. Mit der Resistenzzüchtung gegen Spritzmittel werden diese verstärkt eingesetzt und gentechnisch veränderte Pflanzen vermehrt angebaut. Der Verlust an Biodiversität ist zwar nicht grundsätzlich Konsequenz der Gentechnik. Diese Tendenz wird aber durch Gentechnik noch weiter forciert. Durch den Rückgang von Nutzpflanzen ist die Grundlage der menschlichen Ernährung gefährdet (vgl. Rottach 1999). Existiert keine Begleitflora mehr, entfällt auch der Nutzeffekt der Unkräuter für die Nährstoffixierung und als Habitat für Nützlinge.

(36) Luhmann 1993c: 136. Jedoch "anzunehmen, daß das Denken vom Verfall der Emotionen profitiere oder auch nur indifferent dagegen bleibe, ist selber Ausdruck des Verdummungsprozesses. [...] Ist einmal die letzte emotionale Spur getilgt, bleibt vom Denken einzig die absolute Tautologie übrig" (Adorno 1994: 158f).

(37) Man muß nicht Experte sein, um mit den immer mehr wahrscheinlichen Folgen der gentechnischen Manipulation von Organismen nicht einverstanden zu sein: mit der Vergiftung der Böden, der Beschleunigung des Artensterbens oder mit der Neu-Kolonialisierung der sog. Dritten Welt.

(38) Vgl. Beck 1988: 99; vgl. ebd.: 184.

(39) Luhmann 1986: 101.

(40) Luhmann 1992b: 39, Herv. i. O. Voraussetzung für die Autopoiese des Wirtschaftssystems sind die dafür nötigen materialen Grundlagen in der Umwelt.

(41) Münch sieht demgegenüber Ansätze zu moralischer Achtung in einer Umweltökonomie, die das Recht auf eine intakte Umwelt berücksichtigt, ökonomische Rationalität auf die Beachtung der Umwelt als knappes Gut ausdehnt und Zahlungen hierfür als Schnittmenge von Moral und Wirtschaft betrachtet (vgl. Münch 1994: 404). Doch diese Einschätzung ist empirisch nicht begründbar (vgl. auch Luhmann 1993d).

(42) Vgl. Luhmann 1995: 453. Ausgehend von seinem Interpenetrationsverständnis bestreitet Münch auch die Trennung von Zahlung und Motiv. "Es macht einen erheblichen Unterschied aus, nämlich den Unterschied zwischen Wirtschaft und Politik, ob ich zahle, weil ich dafür eine Gegenleistung erhalte, oder ob ich zahle, weil ich dazu durch Gewaltanwendung gezwungen werde. [...] Empirisch gesehen gibt es keine Zahlung als rein wirtschaftlichen Vorgang, sondern immer nur als einen Vorgang, der zugleich durch Prozesse der kulturellen Legitimation, der sozialen Vereinigung, der rechtlichen Kontrolle und der politischen Durchsetzung determiniert ist" (Münch 1990: 385f). Für Luhmann sind diese Bedingungen aber nicht so mit den Zahlungen verknüpft, "daß sie auch die Hand des Empfängers noch binden" (Luhmann 1991c: 260).

(43) Luhmann 1986: 103 (Herv. A.P).

(44) Vgl. Luhmann 1997: 758.

(45) "'Mehr Geld' ist der kategorische Optativ dieser Gesellschaft, gerade weil alle Erhaltungs- und Steigerungsansprüche damit in Gang gehalten werden können; und 'weniger Geld' ist zugleich das einzige Regulativ, das auf der Ebene symbolischer Kommunikation die Grenzen des Erreichbaren [...] repräsentiert" (Luhmann 1983: 39).

(46) Luhmann 1997: 373.

(47) Die Abhängigkeit von Ressourcen und damit "von wirtschaftlichen, politischen oder militärischen Interessen, die sich dann etwa in der Vorgabe von Themen, Zeitplänen oder Organisationsformen der Forschung Geltung verschaffen können" (Schimank 1996: 168) beschränkt für Schimank nicht notwendig die wissenschaftliche Operationsweise. "Die Autopoesis wissenschaftlicher Forschung merkt, daß bestimmte Forschungsthemen mehr Wahrheitskommunikationen erzeugen, weil diese Themen nämlich - was die Forschungskommunikation sich aber gar nicht zu vergegenwärtigen braucht - mehr Ressourcen aus der Wirtschaft anziehen" (ebd.: 192).

(48) Vgl. Luhmann 1996: 136f.

(49) Luhmann 1996: 52, Herv. i. O.

(50) Luhmann 1996: 18, Herv. i. O.

(51) Vgl. Luhmann 1996: 247; vgl. ders. 1996h: 181. Geld fungiert als Gedächtnis der Wirtschaft, aber es erinnert an nichts, nur an sich selbst. Erinnert werden nur Ereignisse, nicht Objekte, nur Zahlungen für Leistungen, nicht die Leistungen selbst. Material bleibt die Erinnerung leer (vgl. Baecker 1987: 528).

(52) Luhmann 1996: 94, Herv. i. O.

(53) Luhmann 1996: 114f.

(54) Luhmann 1991: 81.

(55) Luhmann 1986: 122.

(56) Vgl. Luhmann 1986: 114; vgl. ders. 1996: 73; vgl. ders. 1997: 725.

(57) Vgl. Luhmann 1986: 122f.

(58) Die Wirtschaft reagiert bereits auf ökologische Bedürfnisse und Akzeptanzprobleme, sie tritt als Retter auf: "Wir haben verstanden" (vgl. Fuchs 1992: 116). Der Verdacht liegt jedoch nahe, daß es sich hierbei um bloß "symbolische Politik" handelt.

(59) Vgl. Beck 1988: 156; vgl. ebd.: 234. DuPont, mitbeteiligt an der Zerstörung der Ozonschicht, produziert auch Sonnenschutzcremes.

(60) Vgl. Luhmann 1986: 112f.

(61) Luhmann 1986: 108f. Im Juni 1998 gewann die Schweizer Gentechnik-Industrie mit einem Werbeetat von 42 Millionen DM eine Volksabstimmung, nachdem die öffentliche Meinung lange gegen sie gestanden hatte (vgl. Krägenow 1998: 51).

(62) Vgl. Simmel 1989: 254ff; vgl. ebd.: 338ff; vgl. ders. 1983: 88f.

(63) AgrEvo, ein Tochterkonzern von Hoechst und Schering, und Monsanto investieren Millionenbeträge in die Forschung und lassen sich deren Erkenntnisse patentrechtlich absichern. Die Marktbeherrschung bei gentechnisch verändertem Saatgut zieht eine Marktbeherrschung bei Herbiziden nach sich und umgekehrt. Bereits 1985 verfügten transnationale Konzerne über 80 Prozent der Saatgutpatente (vgl. Thurau 1990: 67). Der Umsatz bei AgrEvo betrug 1995 noch 1,2 Milliarden DM. Im August 1996 kaufte AgrEvo 75 Prozent der Aktien des niederländisch-belgischen Unternehmens Plant Genetic Systems (PGS). PGS verfügte über zahlreiche Patente zur gentechnischen Veränderung von Pflanzen. Das Marktvolumen wird für 2005 auf 9 Milliarden DM eingeschätzt (vgl. o.V. 1996). AgrEvo gilt als das weltweit fünftgrößte Pflanzenschutz- und Forschungsunternehmen für Gentechnik in der Landwirtschaft. Auch Monsanto fusioniert Schritt für Schritt mit anderen Firmen. In den USA beherrscht der Konzern schon einen großen Teil des Saatgutmarktes. Seit einigen Jahren kauft Monsanto GenTech-Firmen und deren Patente auf (vgl. Schulte 1999).

(64) Vgl. Luhmann 1991a: 187-189.

(65) Luhmann 1996h: 10f; vgl. ebd.: 32f. Die Etablierung technischer Verbreitungsmedien führt zur Ausdifferenzierung eines eigenen Funktionssystems.

(66) Vgl. Luhmann 1996h: 208f.

(67) Vgl. Luhmann 1996h: 175; vgl. ebd.: 183.

(68) Luhmann 1996h: 34, Herv. i. O.

(69) Vgl. Luhmann 1996h: 33.

(70) Luhmann 1996h: 135.

(71) Luhmann 1996h: 120 (Herv. i. O.).

(72) Luhmann 1996h: 177f.

(73) Vgl. Luhmann 1996h: 173.

(74) Luhmann 1996h: 153.

(75) Luhmann 1996h: 174.

(76) Vgl. Luhmann 1996h: 188.

(77) Vgl. Luhmann 1996h: 126. Soziales ist nicht widerspruchsfrei (vgl. ders. 1991: 488-491). Durch die Einbeziehung von Dritten erhöht sich Desintegration und Erwartungsunsicherheit (vgl. ebd.: 539f). Die Veröffentlichung in den Massenmedien bewirkt weite Verbreitung und Redundanz bei gleichzeitig unvorhersehbarer Kenntnisnahme und erzeugt so Ungewißheit, mithin offene Zukunft (vgl. ders. 1996h: 183). Die Wiedereinführung von Erwartungsunsicherheit befördert Strukturbildungsmöglichkeiten und neue Kontingenzen. Es wird wichtig, zu taktieren und um Dritte zu werben (vgl. ders. 1991: 539f).

(78) Vgl. Luhmann 1996h: 112.

(79) Vgl. Luhmann 1991: 490-502.

(80) Luhmann 1996h: 126.

(81) Alle Systeme verwenden diese Unterscheidung, aber nur die Massenmedien reflektieren darauf (vgl. Luhmann 1996h: 49f, Fn. 1).

(82) Luhmann 1996h: 143.

(83) Vgl. Luhmann 1996h: 47; vgl. ebd.: 149.

(84) Vgl. Luhmann 1996h: 58-69.

(85) Vgl. Luhmann 1996h: 143.

(86) Luhmann 1996h: 9.

(87) Vgl. Luhmann 1991a: 120f.

(88) Verständlichkeit wird wesentlich durch Simplifikationen mit Hilfe von Schemata, Skripts und Verkürzung auf Schlagworte erreicht (vgl. Luhmann 1991a: 127f).

(89) Vgl. Luhmann 1996h: 140. Redebeiträge von Politikern sind auf 30-60 Sekunden begrenzt. Slogans mit nicht mehr als drei Wörtern bleiben am ehesten in Erinnerung und können der betreffenden Partei zugeordnet werden. Erfolgreiche politische Botschaften müssen deshalb kurz und prägnant sein. Hintergründe können nicht einmal angerissen werden.

(90) Vgl. Luhmann 1996h: 192-198. Nach Beck haben Massenmedien eine Leitrolle in der sozialen Alarmierung der Gesellschaft: sie schaffen Aufmerksamkeit für ökologische Themen (vgl. Beck 1988: 157).

(91) Vgl. Beck 1997: 122-125.

(92) Die Massenmedien sind über die Programmbereiche strukturell mit anderen Funktionssystemen der Gesellschaft gekoppelt: Werbung mit Wirtschaft, Nachrichten und Berichte mit Politik (vgl. Luhmann 1996h: 122-124). Berichte und Nachrichten lösen Reaktionen im politischen System aus: Stellungnahmen oder Kommentierungen, die dann wieder über die Medien veröffentlicht werden (vgl. ebd.: 69-71). Dieselbe Kommunikation wird aber in beiden Systemen je unterschiedlich identifiziert: in den Medien nach Informationsgehalt und in Bezug auf ein Thema, in der Politik unter dem Vorzeichen Regierung/Opposition.

(93) Vgl. Luhmann 1996h: 29.

(94) Luhmann 1996h: 173.

(95) Vgl. Luhmann 1996h: 159.

(96) Luhmann 1996h: 75.

(97) Luhmann 1996h: 175.

(98) Vgl. Luhmann 1996h: 160.

(99) Die Massenmedien leisten ihren "Beitrag zur Realitätskonstitution der Gesellschaft. Dazu gehört eine laufende Reaktualisierung der Selbstbeschreibung der Gesellschaft und ihrer kognitiven Welthorizonte" (Luhmann 1996h: 183).

(100) Luhmann 1996h: 28; vgl. ebd.: 181.

(101) Vgl. Luhmann 1996h: 28.

(102) Luhmann 1996h: 81; vgl. ebd.: 141.

(103) Vgl. Luhmann 1996h: 20.

(104) Vgl. Luhmann 1996h: 73.

(105) Das trifft insbesondere den Bereich der Werbung. Weil Kommunikation Mitteilung und Information unterscheidet, kann alter filtern, welche Informationen gegeben werden. Soziale oder ökologische Probleme der Produktion werden verschwiegen. Besonders effektiv sind Halbwahrheiten ("Castor heißt Vertrauen").

(106) Das trifft auch den Bereich Nachrichten und Berichte, wo eigens inszenierte Darstellungen von Wirtschaft, Wissenschaft oder Politik unkommentiert übernommen werden. Beim Thema Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen wird vorrangig das Risiko für die Gesundheit der Verbraucher diskutiert, die nach Angabe der Befürworter nicht stärker gefährdet ist als durch Bodenbakterien.

(107) Die Gentechnik-Industrie meidet inzwischen die öffentliche Diskussion über Herbizidresistenz. Die Einführung des neuen Herbizids LibertyLink, das in seiner Zusammensetzung dem 15 Jahre alten Basta entspricht, erfolgte nahezu unbemerkt. Für die PR-Arbeit zieht AgrEvo Daten aus Versuchsergebnissen nur selektiv heran. Die Werbeprospekte enthalten eine Mischung aus Halbwahrheiten und Falschdarstellungen. Untersuchungsergebnisse, die nicht ins Bild passen, werden verschwiegen. In den PR-Artikeln finden sich fast ausschließlich Angaben über den Wirkstoff Glufosinat, der als umweltschonend beschrieben wird. Darstellungen der human- und ökotoxikologischen Eigenschaften des Herbizids fehlen meist ganz. In einer 1992 veröffentlichten Untersuchung Hoechster Wissenschaftler wurde ein schädigender Einfluß auf landwirtschaftlich nützliche Kleinlebewesen wie Milben oder Spinnen sowie auf wasserlebende Insekten verneint. Die Untersuchungen unabhängiger Wissenschaftler bringen gegenteilige Ergebnisse. Seit 1997 denken koreanische Wissenschaftler über eine Zulassung von Basta als Antimilbenmittel nach. Seit 1998 wird Basta offiziell als schädigend auf nützliche Spinnen eingestuft, auch die Wirkung auf Bienen ist problematisch, und ebenso ist die hochtoxische Wirkung auf Wasserkleinlebewesen, die als Fischnahrung dienen, erwiesen (vgl. Meyer 1999).

(108) Luhmann 1996h: 88. Eine Werbebeilage von Monsanto und Novartis zu Bravo und Jetzt (SZ) warb im Frühjahr 1998 bei der Zielgruppe der Jugendlichen für Gentechnik. Sie benutzte deren Sprache und arbeitete mit Vereinnahmung der Gegenseite. Ein Forscher betont, mit seiner Forschung zum Thema Waldsterben einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten und umweltfreundliche Anbaumethoden zu entwickeln. Nach einem geheimen Strategiepapier der PR-Agentur Burson Marsteller sollen die Chemieriesen Monsanto, Novartis, Pioneer, AgrEvo und DuPont nicht für sich selbst sprechen, sondern die Glaubwürdigkeit von neutralen Mittlern erkaufen. Die Beilagen sehen dem redaktionellen Umfeld ähnlich und sind kaum als Werbung zu erkennen. Die Glaubwürdigkeit der Redaktionen soll auf die Gentechnik-Werbung abfärben. Die Konzerne sollen auch die killing fields Umwelt- und Gesundheitsgefahren vermeiden und statt dessen schöne, menschliche Geschichten vom Nutzen der Gentechnik erzählen (vgl. Krägenow 1998).

(109) AgrEvo wirbt mit einem hemdsärmeligen Bauern im Maisfeld um Biotechnologie: "Die Pflanzen-Biotechnologie eröffnet uns zusätzliche Chancen, auf den vorhandenen Flächen die Ernährung der Menschen auch in Zukunft zu sichern und gleichzeitig die Umwelt zu schonen." Dabei wird gezielt mit der Gleichsetzung von Bio- und Gentechnologie gearbeitet, um die jahrelange Erfahrung mit biotechnologischen Verfahren, die natürliche Eigenschaften von Organismen - meist Bakterien - technisch nutzt, auf die noch junge Gentechnologie übertragen zu können (vgl. Thurau 1990:13).

(110) Doch auch hier ist zwischen Interaktions- und Gesellschaftsebene zu unterscheiden: Journalisten werden zu Reisen eingeladen oder erhalten lukrative Aufträge: Die DaVinci Media Group von Udo Tschimmel, die den Sechsteiler "Saat der Hoffnung" (ausgestrahlt in 3SAT Anfang 1999) produzierte, erstellt auch CDs, WebSites und Filme für die Gen-Industrie (vgl. Krägenow 1998).

(111) Vgl. Luhmann 1997: 1105.

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